Rüeblistamm
23.03.2019 - strubgru

Erster Rüeblistamm-Anlass 2019 im Historischen Museum Baden

 

 

Am 19 März fand endlich wieder ein Rüeblistamm-Anlass statt. Punkt 12.00 Uhr trafen sich 15 Teilnehmer im Restaurant Roter Turm in Baden zum Mittagessen. Bereits der Anmarsch zum Restaurant war ein Erlebnis! Diese alten gepflegten Häuser der Altstadt, meist mit Namen und Jahrzahlen beschriftet, sind eine Augenweide. Für mich gehört die Altstadt Baden zu den schönsten, besterhaltendsten und gepflegtesten Metropolen aus früheren Epochen. Das alte Zentrum mit 3 Teilgebieten: Bäderquartier, Oberstadt mit Schlossberg, Stadtturm, Löwenplatz, Weite Gasse, Mittlere und obere Gasse, Zeughaus, Amtshaus, Stadthaus und Kirche war gutbürgerlich geprägt. Auch die Märkte finden bis heute hier statt.

Die untere Altstadt, mit der Halde, war das Handwerkerviertel. Hier hatten die einfacheren Leute und auch der Schafrichter seine Bleibe. Nach dem Gang durch die untere Halde über die gedeckte Holzbrücke erreichten wir das Historische Museum im Landvogtei-Schloss. Frau Pechlaner, eine versierte Führerin, erwartete uns zu einem  Museumsbesuch, der keine Wünsche offen liess (ausser dass einige Teilnehmer gerne die ausgestellten Sänften für den Aufstieg ins dritte Obergeschoss des Museums benutzt hätten). An Hand von reichhaltigen Ausstellungsgütern, wie Stadtmodellen, Dokumenten, Bilder und Gemälden, Artikeln des täglichen Gebrauchs, historischen Räumlichkeiten etc. versetzte uns Frau Pechlaner in die vielen Epochen der Stadtentwicklung. Ab dem 1. Jahrhundert nach Christus, als die Römer die Aquae Helveticae als Thermalbad mit dem mineralreichsten Thermalwasser entdeckten, Übernahme der Herrschaft Baden durch Rudolf von Habsburg 1273, Ausbau der Burg Stein 1303, als existenziell wichtiges Archiv dieser Dynastie als Beweis ihrer Rechtmässigkeit. Ab Mitte bis Ende 14. Jahhunderts widerstand Baden etliche Angriffe der Zürcher, 1375 auch der Gugler, allerdings mit grösseren Brandschäden. 1415 setzten die Habsburger am Konzil in Konstanz auf’s falsche Pferd, respektive den falschen (gegen-) Papst, worauf der regierende König den Eidgenossen freie Hand für die Vertreibung der Habsburger gewährte. Die Grafschaft Baden wird gemeine Herrschaft und Untertanengebiet der acht alten Orte. Ab jetzt wechselten sich die Grafen im Landvogteischloss im 2-Jahresrhythmus ab. Baden wurde zum bedeutenden Tagsatzungsort. Hier kann man sich fragen, wo blieb die romantische (Schillersche) Einigkeit und Gleichheit in dieser Zeit. 1526 verblieb Baden nach der Reformation nach 17-tägiger Disputation u.a. mit Zwinglis Gegner Joh. Eck beim katholischen Glauben, bis 1712 nach dem 2. Vilmergerkrieg die Berner und Zürcher einwanderten und die Reformation erzwangen. Mit Steinen der Ruine Stein mussten die Badener eine reformiert Kirche bauen.

Was ich hier mit (vergeblicher) Mühe um Kurzhaltung notiert habe, konnte Frau Pechlaner mittels Ausstell-Objekten dokumentieren.

Eine spezielle Ausstellung im obersten Stock befasst sich mit den Juden im Aargau. Bis zum Jahr 1866 durften Aargauer Juden nur in Endingen und Lengnau wohnen. Die bekannten Häuser mit 2 nebeneinander liegenden Eingangstüren (eine Tür für Christen, eine Tür für Juden) sind Zeugen dieser Zeit. Auch finanziell wurden die Juden im Vergleich zu christlichen Einwohner massiv zur Kasse gebeten.  Im Zuge einer neuen, demokratischen Ordnung erlaubte der Bundesstaat 1866 gleiche Rechte auch für Juden. Fotos , Pläne, Skizzen, Möbel, Malereien, amtliche Dokumente etc. stehen zur Einsicht bereit.

Ich habe mich riesig gefreut, altbekannte Gesichter wieder zu treffen.

 

Bericht: Peter Strub
Organisation: Beatrice Strub-Grumbach

 

Kommentare

Leider konnte ich nicht mit dabei sein! Doch ich habe das historische Museum in Baden zu einem früheren Zeitpunkt (vor ca. 3 Jahren) schon einmal besichtigen können. Es war sehr Interessant, jedoch weiss ich natürlich nicht wieviel sich seit damals im Museum verändert hat. Einen Gruss an die Organisatorin Beatrice Strub! :-) LG Enrico

Ja, und ich habe mich auch sehr gefreut, altbekannte Gesichter wieder zu sehen und zusätzlich deinen interessanten Bericht (zum Glück nicht kürzer) zu lesen, lieber Peter! Vielen Dank dafür dir und Beatrice fürs Organisieren! Wirklich schade, Enrico, konntest du nicht mit dabei sein. Aber das Historische Museum ist immer einen Besuch wert. Letztes Mal sah ich dort mit meinen Enkelkindern die "Papa Moll"- Ausstellung. Ein wenig ein anderes Sujet, aber auch sehr interessant. Und der Weg zum Museum durch die Stadt ist wirklich bereits ein Erlebnis!
Liebe Grüsse und bis zum nächsten Mal
Liselotte.

Hoi Zäme,
leider konnten Greth und ich auch nicht dabei sein weil ich zu dieser Zeit notfallmässig im Spital Muri gewesen bin und nicht an diesen Event denken konnte. Mir wurde die Gallenblase operiert. Heute kehrte die Normalität bei mir wieder ein. Ich war eine Woche im Spital.
Lieber Peter, herzlichen Dank für diesen super Bericht, so kann ich diese Veranstaltung sehr gut nachvollziehen.

Es Greüssli an alle,
Friedrich / Mambo

Hallo Mambo
Ich habe deinen Beitrag leider erst heute gelesen. Aber ich wünsche dir - halt ein wenig verspätet, aber nicht minder herzlich - ganz gute Besserung!
Liebe Grüsse, auch an Greth,
Liselotte.

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