Innovage Zürich
30.11.2018 - Linus Baur

Mehr Projekte für Ingenieure ohne Grenzen

Der Verein Ingenieure ohne Grenzen Schweiz möchte mehr Projekte realisieren. Ein Innovage-Team des Netzwerks Zürich berät den Verein dabei.

Der Verein Ingenieure ohne Grenzen Schweiz (IngOG+) ist im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit tätig und umfasst heute rund 100 Mitglieder. IngOG+ ist ein Start-Up-Mitglied im Netzwerk von Engineers Without Borders International und wurde vor zehn Jahren gegründet mit dem Ziel, das eigene Fachwissen bei der Planung, Realisierung und Instandhaltung von Auslandprojekten einzubringen. Dabei handelt es sich um Infrastrukturprojekte in den Bereichen Hochbau, Brückenbau, Trinkwasserversorgung, Abfall, Energie und Bildung, also um Projekte mit Ingenieuraufgaben. Die beteiligten Ingenieure arbeiten direkt zusammen mit Gemeinschaften vor Ort und der betroffenen Bevölkerung. Zusammen werden Lösungen erarbeitet und umgesetzt.

Mehr Projekte und mehr Professionalität

Die meisten Mitglieder von IngOG+ sind berufstätig und arbeiten in der Freizeit ehrenamtlich für den Verein, wie die jetzige Vereinspräsidentin, die Umweltingenieurin Katharina Schulthess, bei einem Treffen ausführte. Gegenwärtig bearbeitet der Verein drei Projekte, unter anderem ein Wohnhaus für fünf bis zehn Kriegswitwen in Bosnien und Herzegowina. Finanziert werden die Projekte durch Sponsorengelder, die der Verein zusammenträgt. Im Fall der sozialen Wohngemeinschaft in Bosnien und Herzegowina sind es 120 000 Franken.

Ein IngOG-Team auf dem Grundstück für ein Wohnhaus für Kriegswitwen in Bosnien-Herzegowina.

Nunmehr hat sich der Verein zum Ziel gesetzt, die Anzahl der Projekte zu erhöhen – die Rede ist von einer Verdoppelung der Projekte in den nächsten Jahren – und die eigene Arbeit zu professionalisieren. Geplant ist die Schaffung einer bezahlten Geschäftsstelle sowie die Organisation des Vereins effizienter zu strukturieren. Bislang funktionierte der Verein nur sehr lose und arbeitete ausschliesslich projektbezogen. Zur Prozessbegleitung ersuchte der Verein das Innovage Netzwerk Zürich um Unterstützung. Dieter Rolli und Peter Gafner vom Zürcher Netzwerk erklärten sich bereit, das Vorhaben des Vereins beratend zu begleiten.

Vorstand arbeitet strategisch und operativ

Unter anderem moderierten die beiden Innovage-Berater vier mehrstündige Workshops, in denen die strategischen Zielsetzungen und die erforderlichen organisatorischen Massnahmen diskutiert und neu festgelegt wurden. Daraus resultierte ein Massnahmenplan, der nunmehr schrittweise umgesetzt wird. In einem ersten Schritt wurde die Aufgabenverteilung im Vorstand neu geregelt. Ein Teil des Vorstandes ist für die strategische Weiterentwicklung des Vereins verantwortlich. Der andere Teil des Vorstandes zeichnet für die operativen Geschäfte verantwortlich. Jetzt ist man dabei, eine professionell geführte Geschäftsstelle einzurichten und deren Finanzierung zu regeln. Konkret heisst das, das Fundraising für die Belange des Vereins zu organisieren.

Gut zusammengearbeitet: Katharina Schulthess und Dieter Rolli.

Katharina Schulthess weiss die Mitarbeit von Innovage bei der Neustrukturierung des Vereins sehr zu schätzen. Es sei höchst wertvoll gewesen, eine Aussensicht kennenzulernen. Damit sei der Druck erhöht worden, den Verein professioneller und effizienter zu gestalten. «Das erarbeitete Modell ist angekommen», betonte sie. Man sei zuversichtlich, dass mit dem Massnahmenplan die anvisierte Erhöhung der Anzahl der Projekte erreicht werde. Ob alle Massnahmen wie erwünscht umgesetzt werden, liess sie jedoch offen.

Wie beurteilt Dieter Rolli die Zusammenarbeit? Er spricht von einem interessanten Projekt, das viel Potential habe und den Verein vor grosse Herausforderungen stelle. Die aufgegleisten Massnahmen bezüglich Organisation und Fundraising erachtet er als zielführend, um die gewünschte Verdoppelung der Projektarbeit zu erreichen.

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