13.04.2019 - Bernadette Reichlin

Therapien gegen Heuschnupfen

Die Natur erwacht, die Sonne gewinnt an Kraft und Wärme. Pollenallergiker aber leiden. Gut, gibt es gegen Heuschnupfen etliche Therapien. Zum Beispiel Hypnose.

 

Heuschnupfen ist die landläufige Bezeichnung für eine Krankheit, die alljährlich unzählige Personen zu niesenden, hustenden Kreaturen mit tränenden Augen macht. Und sie werden immer mehr. Während meiner Mittelschulzeit gab es einen einzigen Mitschüler, der an Heuschnupfen litt. Er wurde von allen bemitleidet  und ein bisschen als Kuriosum angesehen.

 

Heute weiss jeder, was ein Pollenallergiker ist. Denn diese Allergie ist weit verbreitet. Relativ neu ist, dass zunehmend auch ältere Personen zwischen 60 und 70 Jahren Atemwegsallergien entwickeln. Allgemein geht man davon aus, dass rund 20 Prozent der Bevölkerung an dieser Fehlreaktion des Körpers leidet. Fehlreaktion deshalb, weil der Körper auf im Grunde harmlose Stoffe aus der Luft völlig überrissen reagiert.

 

Verschiedene Behandlungsmöglichkeiten

Natürlich ist medizinisch ein Kraut gewachsen für dieses Leiden. Also eigentlich viele Kräuter. Die Schulmedizin reagiert mit Antihistaminika, Pillen, Augentropfen und Nasensprays. Und, wenn der Heuschnupfen einen Stock tiefer gerutscht ist und nun Asthma bronchiale oder allergisches Asthma heisst, auch mal mit Cortisoninhalation.

Die Haut reagiert schnell auf allergieauslösende Stoffe und weist so den Weg zur weiteren Behandlung. 

Verbreitet und oft auch erfolgreich ist die allergenspezifische Immuntherapie, die Hyposensibilisierung oder Desensibilisierung. In der Arztpraxis werden zuerst mittels Pricktest die allergieauslösenden Stoffe ermittelt. Dazu werden Extrakte der in Frage kommenden Pollen – es sind sechs Prozent aller Pollenarten, die 90 Prozent aller Heuschnupfenerkrankungen auslösen – auf ein Raster auf der Innenseite des Unterarms tropfenweise aufgetragen und danach die Haut leicht angeritzt. Bei Heuschnupfen ist das Ergebnis schnell sichtbar. In den betroffenen Feldchen rötet sich die Haut und beginnt zu jucken. Allergisch!

 

Diese Allergene werden nun, in Kleinstmengen und mit steigender Konzentration ein bis zwei Monate lang wöchentlich unter die Haut gespritzt. Anschliessend wird die Zeitspanne zwischen der Hyposensibilisierung zunehmend grösser. Insgesamt dauert so eine Therapie drei bis fünf Jahre.

 

Alternative Therapien und Medikamente

Auch die Komplementärmedizin hat so ihre "Kräutchen" gegen Pollenallergien. Extrakte aus Pestwurz oder Schwarzkümmelöl-Kapseln werden empfohlen, Schüssler-Salze, individuell gemischte spagyrische Essenzen – ein uraltes Heilmittel – oder Homöopathiken. Auch Akupunktur wird, vor allem präventiv, eingesetzt.

Birken- Erlen- und Haselpollen sind auf Allergien bezogen miteinander verwandet.

Meine Tochter, seit dem Kleinkindesalter starke Allergikerin und Asthmatikerin, hat all die Therapien ausprobiert, respektive durchgestanden. Desensibilisierung? Mässiger Erfolg ohne Langzeitwirkung. Naturheilmittel, Spagyrik, Globuli quer durch das Sortiment – kaum Wirkung. Akupunktur linderte gewisse Empfindlichkeiten, aber gegen Birkenpollen und den verwandten Hasel- und Erlenpollen kamen auch die Nadeln nicht an.

 

Unkonventionell, aber wirksam

Sich damit abfinden? Nicht meine Tochter! Sie suchte weiter und wurde vor einem Jahr fündig. bei einer diplomierten Hypnosetherapeutin (mit Masterabschluss!). Seit dem letzten Frühling ist sie dort in Behandlung – und zum ersten Mal in ihrem Leben im Frühling beschwerdefrei. "Letztes Jahr plagten mich Birken- und verwandte Pollen schon noch ein wenig, dieses Jahr aber kann ich stundenlang im Garten arbeiten und spüre, von einer leicht laufenden Nase abgesehen, nichts." stellt sie überglücklich fest.

Dank Hypnose beschwerdefrei, zum ersten Mal seit Jahrzehnten! (Gerd Altmann auf Pixabay)

Alle paar Wochen hat sie eine Hypnosesitzung. Diese wird jeweils aufgezeichnet und diese Aufnahme hört sie sich alle zwei bis drei Tage in Ruhe zuhause an. Mit dem allergiebedingten Bronchialasthma sind auch alle Nebenwirkungen wie Müdigkeit bis Erschöpfung, entzündete Augen, geschwollene Nasenschleimhaut weg – einfach verschwunden! 

 

Eine Einschränkung muss zu dieser Therapie gemacht werden: Die Kosten für die Sitzungen werden von den Krankenkassen nicht übernommen. Das ist der Preis, der für die neuen, positiven Frühlingsgefühle zu zahlen ist.

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